Zu Besuch bei „Mein Wunderbarer Hutsalon“

Zu Besuch bei „Mein Wunderbarer Hutsalon“

Heute steht ein Besuch bei der lieben Ricarda Engelsberger in Wuppertal an. Wir besuchen ihr Atelier „Mein Wunderbarer Hutsalon“…

Zu Besuch bei Ricarda Engelsberger, Modistin by Mein Wunderbarer Hutsalon in Wuppertal

Viele von Euch kennen Ricarda bzw. ihre schönen Hutmodelle sicherlich von unseren Modeevents, denn ihre Kreationen aus dem Hutsalon bilden eine wunderbare Ergänzung zu den Modellen auf dem Laufsteg. Aber auch bei unserem Pop-up-Store war Ricarda zu Gast.

Wir wollen einen kleinen Blick in ihr Atelier werfen, denn es ist spannend zu schauen, wie diese Hutmodelle entstehen.

…Hereinspaziert in das Atelier von Ricarda Engelsberger

Das Atelier ist hell und freundlich. Man fühlt sich direkt wohl und gleichzeitig spürt man die Kreativität.

Obwohl Ricarda sehr viel auf Bestellung und somit auf spezielle Kundenwünsche arbeitet, finden sich auch einige fertige Modelle, damit die Kunden ohne feste Vorstellungen ebenfalls eine kleine Orientierung haben. Dem Kundenwunsch selbst sind keine Grenzen gesetzt…vom leichten Sommerhut, über den Halfhat bis zur eleganten, bestickten Cloche fertigt Ricarda Engelsberger alles. Man wundert sich zunächst, wie wenig Material und Werkzeug es braucht, um am Ende des Herstellungsprozesses einen schicken kleinen Hut in den Händen zu halten. Es ist eben echtes Handwerk.

Ricarda Engelsberger arbeitet – mit einer kurzen Unterbrechung – seit 30 Jahren als Modistin. Schon als Kind, so erzählt sie, hat sie Mützen gehäkelt und diese leidenschaftlich gerne getragen. Die Begeisterung für Kopfbedeckungen wuchs mit den Jahren und wurde irgendwann durch den Besitz einer kleinen, reparaturbedürftigen Pillbox noch stärker geweckt. Diese Pillbox brachte sie in den Wuppertaler Hutsalon Klöckner zur Reparatur. Später, nachdem Ricarda zunächst eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hatte, zog es sie in den Hutsalon Klöckner wieder magisch zurück und sie absolvierte dort dann auch ihre Ausbildung zur Modistin. Auch wenn ihre heimliche Liebe den vintage-inspirierten Modellen gilt, so findet man natürlich bei ihr auch moderne Hutmodelle und sehr schicke Boyfriendkappen. Dem Stoffwunsch sind nahezu keine Grenzen gesetzt und so kann sich Frau (oder natürlich auch Mann) eine sehr individuelle, wenn nicht sogar einzigartige Kopfbedeckung fertigen lassen.

Hier finden Mann und Frau die passende Hutbedeckung…ganz modern oder auch vintage-inspiriert

Es ist schön Ricarda bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen, denn sie fertigt ihre Hüte mit einer ausgesprochenen Ruhe und jeder Handgriff zeugt von einer langen Erfahrung. Dabei spürt man, dass sie viel Einfühlungsvermögen für ihre Kunden aber auch die zu verarbeitenden Stoffe mitbringt. Letzteres ist enorm wichtig, denn die Modelle entfalten durch die Wahl des Stoffes natürlich ihren ganz eigenen Charakter. Die Wirkung kann sehr unterschiedlich sein…dies hat Richarda immer im Blick.

Ricarda Engelsberger liebt und beherrscht ihr Handwerk…

Obwohl Ricarda auch spannende Erfahrungen am Theater oder auch in Bayreuth sammeln durfte, so zieht es sie doch immer wieder zu ihren Wurzeln und somit zu dem eigentlichen Sinn ihres Handwerks zurück. Sie möchte ihre Kundinnen und Kunden gerne „kleiden“ und nicht kostümieren. Das merkt man ihren Modellen an – sie passen in das Bild des Trägers und verschmelzen zu einer Einheit. Man hat nie das Gefühl, dass ein Kopf nur herhalten muss, um einen schönen Hut zu präsentieren.

Aber es gibt auch die sehr besonderen Hüte…zwar kleiden diese auch und sind keine Kostüme…aber sie sind eben aus anderen Gründen besonders. Ein ganz tolles Stück ist diese Cloche, die über und über mit Bändern, Posamenten und Perlen besetzt ist. Ein Traumstück, in dem ganz viele Stunden Arbeit stecken.

WOW…eine wunderschöne Cloche…Modisten Handwerk in höchster Vollendung

Ricarda Engelsberger fertigt aber nicht nur, sondern gibt ihr über viele Jahre erlangtes Wissen auch weiter. In 2-tägigenWorkshops, die am Wochenende mit kleiner Teilnehmerzahl stattfinden, können sich Interessierte selbst dem Handwerk zuwenden und mit der tatkräftigen Unterstützung von Ricarda ihren eigenen Hut herstellen. Dabei ist die Themenvielfalt der Workshops so spannend wie das Modistenhandwerk selbst.

Ein Blick in die Werkstatt

So, ich hoffe, ich konnte Euch durch meinen Besuch bei Ricarda Engelsberger einen kleinen Einblick in das spannende Handwerk einer Modistin geben. Wenn Ihr einmal die Gelegenheit habt, dann nutzt diese und besucht die liebe Ricarda in ihrem Atelier in Wuppertal. Ein handgefertigter Hut von ihr ist etwas Besonderes und eine tolle Ergänzung zu Eurer Vintage- oder Retro-Kleidung.

Bis bald.

Eure Gesa Wesemeyer

https://www.facebook.com/gesa.wesemeyer

https://www.facebook.com/meinwunderbarerhutsalon/

Streu ein bisschen Glitzer drauf…

Streu ein bisschen Glitzer drauf…

Ich kenne kaum eine Frau, die keine Beziehung zu Schmuck hat. Dabei sind die Geschmäcker glücklicherweise so verschieden wie unsere Persönlichkeiten. Schmuck dient als Ergänzung unserer Garderobe, als Ausdruck unserer Persönlichkeit und – auch manchmal – als Ausdruck unserer Geldbörse.
Nun gerade die Geldbörse wird bei Vintage Schmuck geschont, denn die wunderbaren kleinen Modeschmuckstücke, sind sehr oft für kleines Geld zu haben. Natürlich gibt es auch „Echtschmuck“, aber in diesen Bereichen wildere ich Gott-sei-Dank nicht.
Als Vintage-Schmuck bezeichnet man Stücke, die mindestens 20 Jahre alt sind, aber nicht älter als 100 Jahre. Dann sind wir im Bereich Antikschmuck, der schon alleine aufgrund seiner Materialien sehr, sehr oft im hohen Preissegment zu finden ist.


Betrachten wir bei Vintage-Schmuck aber die Jahre ab 1920 und insbesondere die 50- und 60er Jahre so kann man mit einer ausgeprägten Spürnase doch wundervolle Einzelstücke in einem fabelhaften Zustand für jeden Geldbeutel finden. Der gute Zustand des Schmucks nach so vielen Jahren ist den Materialien und auch der Herstellung zu verdanken. Leider ist es bei Waren wie so oft heute, dass es in früheren Zeiten “ besser war“ – auch im Bereich des Modeschmuck. Nicht nur, dass er inbesondere in den amerikanischen Häusern an die Fertigungstechniken der „teuren Schmuckdesigner“ angelehnt war, nein auch das eingesete Material war langlebiger. Die Formen des Schmucks und die Designentwürfe erforderten sehr oft eine rein manuelle Fertigung, so dass automatisch die Wertigkeit durch die Behandlung entstanden ist.
Wenn wir den Schmuck betrachten, dann ist eines sofort augenscheinlich: Modeschmuck war optisch präsenter und ausdrucksstark. Den Begriff „billig“ kann man mit dem damaligen Modeschmuck nicht in Verbindung bringen.
Natürlich müssen wir auch über die Nachteile sprechen: Ohrlöcher kannte man damals nicht – üblicherweise trug man Ohrclips. Ich gebe zu, dass es am Anfang wirklich eine Qual sein kann, bis man die Ohrläppchen daran gewöhnt hat und je nach Größe kann es auch sein, dass der gute Ohrclip beim Telefonieren stört. Dann nimmt man ihn ganz elegant für die Dauer des Gespräches in die Hand….wir alle kennen dies ja aus den Filmen der 50-er Jahren. Glücklicherweise gibt es jedoch Erfindungen, die den Druckschmerz vermindern und es ist tatsächlich auch eine Frage der Gewöhnung. Ich empfehle „Druckpads“, die über den Schließmechanismus geschoben werden. Manchmal hilft auch ein ganz leichtes Aufbiegen mit einer kleinen Zange – aber bitte vorsichtig, denn natürlich ist das Material nicht unendlich strapzierfähig. Gerade, wenn man wie ich aber sehr großen Ohrschmuck mag, hilft nur eins: üben, üben, üben. Man kann auch die Ohrläppchen trainieren – auch wenn ich sonst keinen Sport machen – meine Ohrläppchen sind gestählt :-).

Milchglasohrclips – 50-er Jahre – mit Ohrpads

Die Formen und Farben sind vielfältig. In den 50-er Jahren findet man extrem viel „blumigen“ Schmuck, d.h. Motive aus der Pflanzenwelt finden sich in der Ausgestaltung des Schmucks. Besonders gelungen finde ich dies bei Ohrschmuck aus Softplastik, der wirklich ein echter Hingucker sein kann….und super komfortabel zu tragen ist. Hierüber berichte ich aber gerne einmal gesondert….


Mit meinem heutigen Bericht möchte ich zu mehr „Glitzer und Glamour“ anregen. Ich gebe gerne zu, dass ich an dieser Stelle wirklich nicht genug bekommen kann. Zwar findet man bei mir nie einen kompletten Glitzer-Look (also Kleidung und Schmuck), aber zumeist findet sich doch ein kleiner Hingucker, der schon alleine bei der Betrachtung ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Glitzerschmuck wirkt besonders schön, wenn er „transparent“ oder aber mit „weißen Elementen“ gestaltet ist. Dann kann es gar nicht genug funkeln, denn dieser Schmuck wirkt trotzdem elegant. Man kann durch diesen Schmuck seine eigene Stimmung aufhellen, der Garderobe den letzten Schliff geben oder einfach gute Laune versprühen. Man glaubt garnicht, wieviel Gesprächsstoff man durch Glamour-Ohrringe oder ein ausgefallenes Armband seinem Gegenüber bietet und im Alltag sollte man doch den Mut haben auch derartige Glanzstücke zu tragen. Versucht es einfach einmal…ich kann nur dazu raten. Wenn man es behutsam probiert, dann hat man auch sicherlich keinen Weihnachtsbaumeffekt :-).

Milchglasschmuck 50/60 er Jahre

Natürlich gibt es auch komplette Schmucksets in dieser Zeit…man spricht dann von Parure (mindestes 3 manchmals sogar 4 Teile) oder Demi-Parure (2 Teile, z.B. Ohrclips und Armband). Wenn man diese Schmucksets neben ihre „großen Vorbilder“ legt, dann ist eine Unterscheidung mit bloßem Auge, ob es nun Echtschmuck ist oder nicht, kaum möglich. Die Sets sind wunderbar gearbeitet. Insbesondere, so finde ich, sind hier Trifari oder Boucher zu nennen. Aber das sind natürlich persönliche Vorlieben.
Grundsätzlich bewegen sich eigentlich alle bekannten Marken oder Designer der damaligen Zeit gerne in dem Bereich „Glamourschmuck“. Neben Trifari und Boucher gibt es weitere Häuser, wie Coventry, Weiss, Coro, Haskell oder auch Eisenberg.
Für mich persönlich ist es nicht wichtig, ob die Schmuckstücke „hinten“ signiert sind.  Ihr fragt Euch was das ist? Nun so wie z.B. ein Schmuckhersteller wie Tiffany seine Schmuckstücke signiert, so haben dies in früheren Jahren auch die Modeschmuckhersteller mit ihren Schmuckstücken gemacht. Oder aber sogar Entwürfe zum Patent angemeldet. Man findet es aber ab Ende der 50-er/Anfang der 60-er Jahre immer weniger, denn allein durch die dann doch greifende teilweise Automatisierung des Herstellungsprozesses und die stetig steigende Nachfrage hat man auf diesen letzten Schritt im Fertigungsprozess mehr und mehr verzichtet. Gleichzeitig haben namhafte Designer auch für andere Häuser als ihre eigenen Linien entworfen und so kommt es dann, dass man Schmuck im Haskell-Stil findet, der aber, weil eben nicht signiert, um einiges günstiger ist. Die Schmuckstücke sind in der Regel in derselben Stilart gefertigt, denn ein Designer kann nun auch nicht so einfach aus seiner Haut :-). Für jemanden, der jedoch wirklich auf den materiellen Wert seiner Sammlung achtet, spielt die Signatur dann doch eine Rolle und wenn man als Sammler neu ist, so hilft es natürlich auch eine gewisse Sicherheit beim Ursprung des Objekts der Begierde zu bekommen.
Wie ich schon erwähnte, so müsst Ihr nicht unbedingt viel in den Erwerb Eurer neuen Glanz-Schmuckstücke investieren, jedoch möchte ich zu einem auffordern: pflegt die neuen Lieblinge. Gerade wenn sie mit viel Strass oder Steinen verarbeitet sind, denn im Laufe der Jahrzehnte kann sich durchaus Kleber lösen oder aber eine Halterung in Mitleidenschaft gezogen werden. Es ist immer schade, wenn man dann Teile dieser einzigartigen Schmuckstücke verliert, denn nicht immer ist es so einfach dann Reparturen vorzunehmen. Ein weicher Pinsel hilft bei der Reinigung und sorgfältige Betrachtung des Schmuckes (löst ja auch ein Glückgefühl aus), zeigt rechtzeitig lockere Steine, so dass man reagieren kann.


Zu guter Letzt möchte ich ein paar Stücke aus meiner eigenen Sammlung zeigen und euch dazu verführen, die innere Diva zu wecken und ein bisschen Glitzer und Glamour in euren Alltag zu bringen.

Trifari Schmuckteller 50/60er Jahre- mit Parure (grün:Armband, Ohrclips, Brosche) und Demi Parure (rechts: Ohrclips, Brosche)
Armband und Ohrclips aus den 20-er Jahren
Weck Deine innere Diva und streu ein bisschen Glitzer drauf
Ohrclips 50er Jahre
Die persönliche Dekoration zu finden kann dauern….

Ich wünsche euch ganz viel Freude beim Stöbern auf Flohmärkten, im Internet oder auch bei Vintage-View, denn natürlich bietet Martina als perfekte Ergänzung zur neuen Garderobe entsprechenden Modeschmuck an.


Lasst Euch verzaubern mit Glitzer und Glamour und besucht Vintage-View beim Vintage-Day am 03.11.2018 in der Kreishausgalerie in Köln (St. -Apern-Str. 17-21).

Vintage Fashion Show & Shopping Day Kreishausgalerie Köln
(St. Apern-Str. 17-21)

Eure Glitzermaus

Gesa

P.S. Martina und ich freuen uns über Hinweise, was Ihr gut oder weniger gut findet, über Anregungen, Kommentare und wünsche. Danke!